Sanierung Stadtkirche Schwabach

Die Stadtkirche Schwabach St. Johannes und St. Martin

St. Johannes und St. Martin haben unserer Stadtkirche den Namen gegeben. Als Holzfiguren stehen sie im Schrein des berühmten Hochaltars, der im Chor im Ostteil der Kirche steht. Er stammt aus der Werkstatt von Michael Wolgemut aus Nürnberg, der berühmte Bildhauer Veit Stoß soll daran mitgearbeitet haben. Der Chor befindet sich im Ostteil der dreischiffigen spätgotischen Staffelhalle, die Kirche wurde 1469 bis 1495 erbaut, der fünfgeschossige Westturm 1471 fertiggestellt. Eine Sakristei neben dem Chorraum folgte 1503. Der außen unverputzte Sandsteinquaderbau hat ein dreischiffiges Langhaus mit sechseinhalb Jochen über mächtigen Rundpfeilern, einen dreiseitig geschlossenen Chorraum mit zwei Jochen, südlich die Sakristei. Über der Sakristei befindet sich die Kapitelsbibliothek. Die Rosenberger Kapelle (eine Stiftung des Münzmeisters Rosenberger, gebaut 1507) schließt am Ostende des nördlichen Seitenschiffs an.

vor 1495

1495 – 1528

1529 – 1894

1895 – 2008

Situation 2009

Schon lange bevor der berühmte Schwabacher Hochaltar geschaffen wurde, stand eine Kirche an diesem Ort. Der erste Kirchenbau war dem heiligen Martin geweiht, dem „fränkischen Heiligen“. Wahrscheinlich war es schlichtes Holzgebäude, das dem Königshof Svapaha seit dem 8. Jahrhundert als Kirche diente. Um 1191 weihte der Eichstätter Bischof Otto einen zweiten Kirchenbau an der Stelle, wo heute die Stadtkirche steht. Patron dieser aus Stein gebauten Kirche wurde Johannes der Täufer. Spuren des romanischen Gebäudes sind noch im heutigen Baubestand zu entdecken.

 

Bis 1420 wurde die Kirche von der Schwabacher Bürgerschaft erweitert und noch einmal umgebaut. Es wird vermutet, dass der heutige Chor noch zu diesem letzten Bauabschnitt des zweiten Kirchenbaus gehört. Für die schnell wachsende Stadt war der zweite Kirchenbau um die Mitte des 15. Jahrhunderts endgültig zu klein geworden. 1469 wurde der Grundstein für einen Neubau gelegt. Nach 26 Jahren Bauzeit konnte die Kirche 1495 durch den Eichstätter Bischof Wilhelm von Reichenau geweiht werden. Bauherr des gewaltigen Bauunternehmens war die Stadt Schwabach, vertreten durch Bürgermeister und Rat.

Nach 26 Jahren Bauzeit konnte die Kirche am Pfingstsamstag, 30. Mai 1495 durch den Eichstätter Fürstbischof Wilhelm von Reichenau geweiht werden. Bauherr des gewaltigen Bauunternehmens war die Stadt Schwabach, vertreten durch Bürgermeister und Rat.

 

Baumeister war – zumindest zu Beginn der Bautätigkeit – Heinrich Echser (genannt Kugler) aus Nördlingen. Der Schwabacher Pfarrer Petrus Linck, der Amtmann Hans von Wallenrod und der Münzmeister Hans Rosenberger haben sich als großzügige Mäzene und Stifter betätigt. Auch viele andere Schwabacher Bürger haben schon damals zum Bau der Stadtkirche beigetragen – mit Geld und Arbeitsleistungen. Bis zum Jahr 1509 wurde der Bau der Rosenberger-Kapelle nördlich des Chores abgeschlossen.

 

Spätestens mit dem Schwabacher Konvent 1528 wurde die Einführung der Reformation in Schwabach beschlossen, eine evangelische Kirchenordnung eingeführt. Bereits einige Jahre zuvor existierte ein wichtiges Ausstattungsmerkmal evangelischer Kirchen: Der Almosenkasten, in dem Spenden für die arme Bevölkerung gesammelt wurden.

1529 wurde im Gasthof Stern in Schwabach über die sogenannten Schwabacher Artikel beraten, die zu einer Grundlage des evangelischen Glaubensbekenntnisses wurden.

Im Jahr 1714/15 wurde die Stadtkirche zum ersten Mal renoviert. Gewölberippen und Teile der Arkaden wurden verbreitert und zum Teil verstärkt. Wände und Säulen erhielten eine weiße Farbgebung. Der Boden wurde mit Solnhofener Platten belegt. Ein Teil der Altäre an nach der Renovierung an anderem Ort wieder aufgestellt, da man Platz für ein neues Gestühl für die Gemeinde brauchte. Einen neue Orgel vervollständigte die damalige Renovierung. 1804 wurde die spätgotische Mauerwerksbrüstung des Turmumgangs durch das heute noch vorhandene eiserne Gitter ersetzt, weil sie baufällig war.

Im Jahr 1831 erfolgte unter der Leitung des Nürnberger Architekten Carl Alexander von Heideloff eine stark in den Bestand eingreifende Restaurierung im neugotischen Stil. Eine neue Kanzel ersetzte die alte, ein außen liegendes Treppentürmchen die Wendeltreppe im Chor, die in die obere Sakristei und das Dachgeschoss führte. In das Raumgefüge baute er eine doppelte Empore ein, viele Übermalungen an Altären und Wänden sollten einen zeitgemäßeren Farbeindruck vermitteln. Wieder wurde eine Orgel neu angeschafft.

1895/96 wurde zum 400-jährigen Jubiläum die neue Farbgebung verstärkt, Steinmetz-arbeiten (Blütenranken) in den Gebäudezwickeln, neue Chorfenster und in Illusionstechnik gemalte Wandteppiche angebracht. Die Sanierungen 1831 und 1895/96 werden später als unglücklich angesehen, daher versuchte der Restaurator Ludwig Wiedl 1945 bis 1947 rückgängig zu machen, was möglich war.

 

Eine teilweise Außensanierung der Kirche wurde 1955 begonnen. 1960 wurden die Solnhofener Platten im Inneren ersetzt, 1962/63 anstelle der beiden damals vorhandenen Westemporen für eine neue Orgel die heutige Orgelempore eingebaut. Erst 1975 wurde diese Sanierungsphase beendet.

 

Die 1963 neu angeschaffte Orgel wurde 2002 umfassend renoviert. Viele Bürger haben auch hier mit Spenden zur Orgelsanierung beigetragen.

Warum die Stadtkirche saniert werden muss:

 

Aufgrund herunterfallender Teile vom Turmumgang wurde im Juli 2007 Architekt Jürgen Lemke gebeten, die Schäden an der Kirche und am Turm zu begutachten.

Erste Begehungen und weitere Schäden (Risse im Mauerwerk und Bohrmehlhäufchen) machten schnell klar, dass genauere Untersuchungen und die Hinzuziehung weiterer Planer und Fachleute notwendig sind.

Das Team aus Architekten, Ingenieuren, Fach- und Sonderfachleuten führte genaueste Untersuchungen durch und fertigte bis Februar 2009 ein Gutachten zum Sanierungsbedarf der Schwabacher Stadtkirche. In einigen Bereichen musste sofort gehandelt werden.

So wurden der Turmumgang, die Rosenberger Kapelle sowie der Westgiebel provisorisch gesichert, Teile der Kirche mussten gesperrt werden.

Leisten Sie einen Beitrag zum Erhalt der Stadtkirche. Sehr herzlich bitten wir um Ihre Spende auf eines unserer Spendenkonten:

Aktueller Spendenstand: € 961.063,46 (Stand: 02. Juli 2018)

Vielen Dank an die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger aus Schwabach und an alle, die bisher gespendet haben.

© Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Schwabach-St. Martin · Initiativkreis Stadtkirche: Das Herz von Schwabach – Dir werd' ich helfen.